Ravensburg (dpa/lsw) - Weil sie ihr neugeborenes Kind im November 2010 bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aussetzte und seinen Tod in Kauf nahm, muss sich seit Donnerstag eine 22-jährige Frau aus Schwendi (Kreis Biberach) vor dem Landgericht Ravensburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus niederen Beweggründen und Grausamkeit vor. Nach Darstellung der Anklage hatte die Frau das Kind auf der Toilette der elterlichen Wohnung entbunden, den Säugling anschließend im Freien abgelegt und Stunden später kontrolliert, ob er noch lebe. Danach habe sie das Mädchen in eine mit Laub gefüllte Plastiktüte gesteckt und auf der Kellertreppe einer Gaststätte ausgesetzt, wo es die Wirtin noch lebend fand. Das Kind starb wenig später an Unterkühlung.